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Dauerhafte Kundenbeziehungen zu schaffen, bringt viele Vorteile mit sich, darunter steigende Umsätze, positive Mundpropaganda und Einsparungen bei den Akquisitionskosten. Aber wie baut man Kundenbeziehungen auf, die wirklich von Dauer sind? In dieser Interviewreihe sprechen wir mit CROs und anderen RevOps-Profis, die ihre „Top Fünf Tipps für den Aufbau dauerhafter Kundenbeziehungen“ teilen. Im Rahmen dieser Reihe hatten wir das Vergnügen, Rostyk Wynnyckyj zu interviewen.

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Rostyk Wynnyckyj

Rostyk Wynnyckyj ist Miteigentümer und technischer Vertriebsingenieur von LAVA Computer MFG Inc., einem familiengeführten ukrainisch-kanadischen Unternehmen, das ursprünglich auf serielle und parallele Karten und Adapter für den PC-Markt spezialisiert war. Seitdem hat sich der Tech-Innovator auf mobile Technologie verlagert und ist ein führender Anbieter von Konnektivitätslösungen und Batterieschutz für PCs und mobile Geräte geworden. Mit 14 festangestellten Mitarbeitenden und mehr als 2 Millionen verkauften Produkten in 53 Ländern ist der Erfolg von LAVA maßgeblich dem persönlichen und hausinternen Kundenservice zu verdanken.

Vielen Dank, dass Sie heute mit uns sprechen! Können Sie uns, bevor wir beginnen, etwas über Ihren "Werdegang" erzählen und was Sie auf diesen Karriereweg geführt hat?

Vielen Dank für die Einladung! Ganz offen gesagt – ich wurde förmlich hineingeboren. Mein Vater ist der Gründer und Präsident der LAVA Computer Manufacturing Inc. Seine unternehmerische Reise begann mit einer mutigen Vision, den Computer "Orange Peel" als Konkurrenten zu Apple zu entwickeln. Dieser Computer war der erste, der ein unabhängig ladbares Betriebssystem besaß – ein Merkmal, das heute jedes PC besitzt. Obwohl dieses Unterfangen letztlich nicht den gewünschten Erfolg hatte, ließ sich mein Vater nicht entmutigen und entdeckte neue Chancen, die zu zahlreichen technologischen Durchbrüchen und der Entwicklung innovativer Produkte für LAVA führten.

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Auch wenn ich bei der Gründung von LAVA nicht dabei war, hatte ich das Privileg, LAVAs Büroräume zuerst im wortwörtlichen und über die Jahre im übertragenen Sinne zu meinem persönlichen Spielplatz zu machen. In einem Produktionsbetrieb aufzuwachsen, eröffnet vielfältige Möglichkeiten, seiner Neugier nachzugehen und sie zu verwirklichen. Es war für mich selbstverständlich, meinem Vater und seinen Mitarbeitenden die Fragen „Was ist das?“ und „Wie funktioniert das?“ zu stellen. Ihre Bereitschaft, selbst komplexe Ideen und Konzepte zu erklären, die womöglich etwas zu schwierig für meinen damaligen Horizont waren, hat mich dazu bewogen, ein Studium im Maschinenbau – und mittlerweile ein zweites im Bereich Psychologie – zu absolvieren. Mit diesem Hintergrund habe ich mich mehr und mehr von den Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden begeistern lassen.

Zu erklären, was LAVA macht, wie wir es machen und warum wir es machen, hat letztlich zu meiner heutigen Position als „Technical Sales Engineer“ geführt. Mir gefällt diese Bezeichnung deutlich besser als „Miteigentümer“ – klingt weniger steif und beschreibt meinen Alltag treffender.

Können Sie eine interessante oder amüsante Geschichte aus Ihrer bisherigen Laufbahn mit uns teilen? Was haben Sie daraus gelernt?

Einer der unterhaltsamsten Momente meiner bisherigen Laufbahn ereignete sich im Jahr 2021. Anfang des Jahres gelang es mir, eine Kundenbeziehung zu einem der Teams aufzubauen, die beim 36. America’s Cup an den Start gingen. Es handelt sich dabei um eine der prestigeträchtigsten Segelboot-Rennserien, bei denen auf hochmoderne Technik gesetzt wird – und dazwischen waren unsere SimulCharge Tablet-Adapter.

Bei den Vorbereitungen des Rennens in Neuseeland musste das Team seine LAVA Adapter beim Regatta-Verband registrieren. Aufgrund des hochmodernen Charakters dieses Sports werden sämtliche Yachtausrüstungen streng geprüft, um einen fairen Wettbewerb sicherzustellen. Während dieses Registrierungsvorgangs wurde ein unerwarteter Punkt angesprochen: Das Team sollte den Namen des Adapters angeben, den sie auf der Yacht einsetzen wollten. Da sie unerwartet nach dem offiziellen Namen gefragt wurden und ihn gerade nicht parat hatten, beschlossen sie kurzerhand, das Produkt einfach nach demjenigen zu benennen, der ihnen den Adapter verkauft hatte – nach mir.

So hatte 2021 eines der America’s Cup Teams eine ganze Reihe „Rostyk Adapter“ an Bord. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet – bei solch einer High-End-Sportart namentlich verewigt zu werden. Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, für die ich wohl noch eine Weile aufgezogen werde. Und bevor Sie fragen: Ja, wir hoffen darauf, dass unsere Adapter auch beim 37. America’s Cup dabei sind – diesmal am liebsten auf allen Yachten der teilnehmenden Teams.

Arbeiten Sie gerade an spannenden neuen Projekten? Erzählen Sie uns davon!

Diese Antwort mag vielleicht überraschen, aber... Aufsteller und Möbel aus Karton. Lassen Sie mich das erklären! Anfang dieses Jahres verblüffte das Team von LAVA die Besucher einer großen Messe im Vereinigten Königreich mit einem komplett aus wiederverwertetem Karton gefertigten Messestand.

Wer schon mal an einer Messe teilgenommen hat, kennt sicher die horrenden Kosten für Transport oder Miete herkömmlicher Messestände und Materialen. Nach solchen kostspieligen Erfahrungen wollten wir sprichwörtlich „outside the box“ denken – und haben kurzerhand auf die Kartonverpackungen zurückgegriffen, die wir mit jeder Materiallieferung erhalten. Sie dienen normalerweise als Füllmaterial, um ein Verkratzen der Produkte zu verhindern. Mit diesem leichten und jederzeit verfügbaren Material entwarfen wir einen Stand aus lasergeschnittenen Einzelteilen, die wie ein Puzzle ineinandergreifen. Die Ausschnitte wurden flach verpackt, von Kanada nach Großbritannien transportiert, vor Ort in Tische und Displays verwandelt und nach der Messe wieder zerlegt und dem Recycling zugeführt.

Anfangs wurden diese einzigartigen Konstruktionen auf der Messe übersehen, doch sobald sie die Aufmerksamkeit der Vorbeigehenden auf sich zogen, sorgten sie für erstaunte Blicke. Die Überraschung verwandelte sich in Bewunderung, als die Standbesucher die bemerkenswerte Stabilität dieser Kartonkonstruktionen entdeckten. Diese Lösung hat alle Erwartungen übertroffen und wird mit Sicherheit auch auf künftigen Messen, an denen LAVA teilnimmt, eingesetzt werden. Schließlich entwickeln wir Technologieprodukte beruflich – warum also nicht unsere eigenen Messe-Materialien und Möbel bauen (und dabei auch noch Spaß haben)?

Wie sind Ihre Erfahrungen beim Aufbau dauerhafter Kundenbeziehungen?

Die Vertriebsprozesse bei LAVA basieren auf regelmäßigen Kundenkontakten und Nachfassaktionen, die eine entscheidende Rolle für die Pflege von Beziehungen spielen. Viele Unternehmen erkennen zwar die Bedeutung von Check-ins mit Kunden – unabhängig davon, ob kürzlich eingekauft wurde oder nicht –, aber sie übersehen oft das "Wie" dieser Interaktionen. Genau hier setzt LAVA an und hebt sich durch unsere Erfahrung im Beziehungsmanagement ab.

Für uns reicht es nicht aus, einfach eine E-Mail zu senden. Wir glauben daran, den Kontakt mit einer persönlichen Note in Form eines Telefonats aufzunehmen. Beim Anruf hat man zudem den Vorteil, den Tonfall des Kunden zu hören, was wertvolle Hinweise auf seine Zufriedenheit mit dem Produkt, das Erinnern an vergangene Interaktionen oder eventuell bestehende Probleme liefern kann. Der Tonfall ist per E-Mail schwer einzuschätzen oder kann leicht fehlinterpretiert werden – dabei ist er essenziell für den Beziehungsaufbau. Hört man heraus, dass ein Kunde zufrieden ist, kann man auf dieser Zufriedenheit aufbauen und die Beziehung stärken. Erkennt man hingegen Unzufriedenheit, kann man die Gelegenheit nutzen, Probleme direkt zu klären und so die Bindung festigen.

Ein Beispiel: Während eines Check-in-Telefonats mit einer Firma aus Las Vegas, die unsere Ethernet-Adapter für ihr Royalty Rewards-System im Casino nutzt, spürte ich eine leichte Unruhe im Ton des Inhabers, als es um einen möglichen neuen Auftrag ging. Obwohl es nicht ausgesprochen wurde, kam er während des Gesprächs immer wieder darauf zurück, unterbrochen von Gesprächen über Themen wie das Wetter in Nevada im Vergleich zu Toronto. Ich folgte meinem Bauchgefühl, fragte gezielt nach und fand heraus, dass sie sich wegen möglicher Verzögerungen bei der Lieferung ihrer großen Bestellung sorgten und dringend einige Einheiten benötigten. Dank dieses Telefonats konnten wir schon am nächsten Tag einen Teil der verfügbaren Geräte direkt verschicken und die restliche Bestellung gestaffelt ausliefern, sodass sie ihren Verpflichtungen nachkommen konnten und Risiken gemindert wurden. Diese proaktive Vorgehensweise – ermöglicht durch einen einfachen Anruf – schuf eine extrem positive Beziehung zum Inhaber, wie sie per E-Mail (außer auf ausdrücklichen Wunsch) nicht entstanden wäre.

Ein weiterer bedeutender Vorteil von Telefonaten ist ihre Flexibilität: Sie ermöglichen den Übergang von einem Thema zum anderen. Dadurch kann man persönliche Details über seine Kunden austauschen und erfahren, was die Beziehung auf eine persönliche Ebene hebt. Schließlich möchte niemand ständig etwas verkauft bekommen. Aber wenn sich ein Vertriebsmitarbeiter Zeit nimmt, sich etwa zu merken, dass der Kunde den Sommer liebt, weil er dann an den Wochenenden mit Freunden oder Familie Kanu fahren kann, vermittelt das das Gefühl, mehr als nur eine Kundennummer zu sein. Dieses Gefühl, als Mensch wahrgenommen und behandelt zu werden – und das gelingt am besten durch Telefonate –, trägt wesentlich zum Aufbau persönlicher Beziehungen bei.

Welche Strategien nutzen Sie in der heutigen, schnelllebigen und sich ständig wandelnden Welt, um eine starke Verbindung zu Ihren Kunden zu halten und ihre sich ändernden Bedürfnisse vorauszuahnen?

Personalisierung ist enorm wichtig, wenn es darum geht, die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben unserer Kunden zu verstehen – auch im B2B-Bereich. Wir nehmen uns wirklich Zeit, unsere Kunden kennenzulernen, um ihnen maßgeschneiderte Lösungen für ihre Projekte anbieten zu können, die sie glücklich machen. Wir gehen immer die Extrameile und versuchen vorauszuahnen, was unsere Kunden brauchen könnten, damit wir sie während der gesamten Zusammenarbeit proaktiv unterstützen können. Das beginnt mit einem ersten Gespräch, bei dem wir jeden Kunden und seine Anforderungen kennenlernen. So stellen wir sicher, dass sie das optimale Produkt erhalten und prüfen, ob wir zusätzliche Unterstützung anbieten können.

Und hier kommt etwas Interessantes: Bei LAVA fördern wir tatsächlich die Herangehensweise „Ich prüfe das und melde mich/komme auf Sie zurück“. Wir möchten keine aufdringlichen Verkäufer sein, denen es nur um den schnellen Abschluss geht. Können wir den gewünschten Service nicht direkt bieten, geben wir Hinweise, wo der Kunde fündig werden könnte. Uns ist bewusst, dass jeder Kunde einzigartig ist – daher bauen wir ganz persönliche Beziehungen auf. Es geht uns darum, Loyalität zu fördern und die Kunden weiter begeistert bei uns zu halten. Und auch wenn unsere Hardwareprodukte alle von bester Qualität sind, ist es letztlich die persönliche Note im Kontakt, die den Unterschied in der Kundenbeziehung ausmacht.

Können Sie Strategien erläutern, wie Unternehmen das Gleichgewicht zwischen Umsatz- und Gewinnsteigerung sowie dem Aufbau von Kundenbindung und Loyalität halten können?

Indem wir vor dem Versand direkt mit unseren Kunden Kontakt aufnehmen, stellen wir sicher, dass sie genau das erhalten, was sie für ihr Projekt benötigen. So werden Missverständnisse oder suboptimale Nutzung unserer Produkte vermieden. Außerdem ermöglicht uns der telefonische Kontakt (neben E-Mails) einen persönlicheren Ansatz und hebt uns in einer Welt, in der E-Mail und Text unter unseren Mitbewerbern dominieren, hervor. Es geht darum, Vertrauen zu schaffen und unseren Kunden Wertschätzung zu vermitteln.

Zweitens sind wir nicht der Typ Unternehmen, der seine Kunden nach dem Motto „einmal und nie wieder“ behandelt. Für uns bedeutet eine Beziehung weit mehr als nur ein Verkaufsgespräch. Es ist ein fortlaufender Prozess, der weit über die erste Transaktion hinausgeht. Wir glauben daran, nachzuhaken und den Kontakt mit unseren Kunden zu halten. Wir rufen sie an, um zu erfahren, wie die Lösung läuft und ob sie Fragen haben oder zusätzliche technische Unterstützung benötigen. Wir bieten Hilfe an, führen sie durch Prozesse und suchen gegebenenfalls nach Störungen. Genau dann beginnt die echte Beziehung richtig zu wachsen.

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Schnellfeuer-Fragerunde

Welche Eigenschaft ist für eine Führungskraft am wichtigsten? Die Fähigkeit, die richtigen Menschen zu finden.

Welche schlechte Arbeitsgewohnheit sollte abgeschafft werden? Schlechte Kommunikation.

Welches andere Unternehmen bewundern Sie aktuell? Esper Bionics, das ist ein ukrainisches Unternehmen, das Prothesen entwickelt, die eine feine motorische Steuerung ermöglichen.

Was lesen Sie gerade? Ukraine’s Maidan, Russia’s War: A Chronicle and Analysis of the Revolution of Dignity

Welche Software ist die wertvollste in Ihrem Tech Stack? Excel-Tabellen

Können Sie beschreiben, anhand welcher Kennzahlen und Messgrößen Sie den Erfolg Ihrer Kundenbeziehungsarbeit beurteilen – und wie Sie Verbesserungsbedarf erkennen?

Wir bewerten unsere Bemühungen im Bereich Kundenbeziehung anhand einer Reihe formeller und informeller Kennzahlen. Eine informelle Kennzahl, auf die wir zugegeben am wenigsten bauen, ist das Feedback, das wir von unseren Vertriebs- und Supportmitarbeitern erhalten – deren Gesamteindruck hinsichtlich der Qualität der Beziehungen, die sie mit ihren Kunden pflegen.

Formeller erfassen wir zum Beispiel die Rückkehrrate der Kunden: Das heißt, wie viele Kunden, die als mittelfristig oder langfristig aussichtsreich für weitere Projekte identifiziert wurden (festgestellt im Rahmen des üblichen Vertriebsqualifizierungs- und Abschlussprozesses), tatsächlich mit diesen Projekten zu uns zurückkehren. Darüber hinaus betrachten wir Kundenbewertungen und Feedback – ganz gleich, ob diese telefonisch, per E-Mail, über den Website-Chat oder andere Kommunikationskanäle eingehen.

Schließlich analysieren wir unsere Kundensupport-Interaktionen, um zu sehen, wie schnell wir auf Probleme reagieren, wie viele dieser Probleme und Supportanfragen wir abschließen und wie hochwertig diese Abschlüsse sind – insbesondere, ob wir das Problem komplett lösen konnten und falls nicht, ob wir den Kunden zumindest an die richtige Stelle oder den richtigen Anbieter vermitteln konnten, der für die Restlösung sorgen kann.

Wie stellen Sie bei Ihren kundenorientierten Teams sicher, dass diese persönlich, proaktiv und effizient – also individuell abgestimmt – auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden eingehen können?

Als Technischer Vertriebsingenieur spreche ich jeden Tag mit unseren Kunden. Ich fungiere als Brücke zwischen unserem tollen Ingenieursteam und unserem Kundenservice-Team. Das bedeutet, ich bin mittendrin und sammle die Einblicke und Informationen beider Seiten.

In dieser Rolle bekomme ich hautnah die Sorgen und Herausforderungen unserer alltäglichen Nutzer und Firmen mit. Es ist, als stünde man direkt im Geschehen. Ich bekomme alles mit und verstehe die realen Probleme, mit denen sie kämpfen. Aber das Beste daran ist: Mein Schreibtisch steht nur ein paar Schritte von unserem gesamten Team entfernt. Was das heißt? Viele Gespräche am Wasserspender! Wir führen produktive und freundliche Gespräche, in denen wir Erkenntnisse über unsere Kunden austauschen. Es ist wie konstruktives „Flurfunk“! So bleibt unser gesamtes Team in Echtzeit auf dem Laufenden und wir können unsere Kunden gemeinsam noch besser betreuen.

Welche Tipps haben Sie, um auf negatives Feedback von Kunden zu reagieren, und wie kann man solche Erfahrungen in positive Wendungen ummünzen?

Ehrliches Feedback ist uns enorm wichtig. Wir möchten, dass unsere Kunden ehrlich mit uns sprechen – selbst wenn es manchmal weh tut. Wir können das ab, keine Sorge. Im Gegenteil: Wir fördern es, weil es nur so Möglichkeiten zur Verbesserung gibt. Und hier noch etwas: Wir haben keine Angst, Fehler zuzugeben. Wir sind schließlich Menschen. Wenn wir einen Fehler machen, stehen wir dazu – ohne Zögern. Kein Fingerzeigen, kein Schwarze-Peter-Spiel. Es geht darum, gemeinsam anzupacken, das Problem zu beheben und das Vertrauen wieder aufzubauen.

Hier liegt die Stärke der gemeinsamen Problemlösung. Wir bündeln mit unseren Kunden die Kräfte, hören deren Anliegen und entwickeln gemeinsam Lösungen. Es ist wie ein Superhelden-Teamwork, aber dafür, Herausforderungen zu meistern und neue Wege zu finden, um Dinge zu verbessern. Und wissen Sie was? Gerade in diesen Momenten von Teamarbeit und Problemlösung entstehen oft unsere besten Ideen und Innovationen.

Wie setzen Sie Technologie oder KI ein, um Ihre Kundenbeziehungen zu verbessern, und welche Tools haben sich für den Aufbau und die Pflege als besonders wirkungsvoll erwiesen?

Zunächst einmal haben wir ein äußerst kompetentes Team, das jederzeit bereit ist, genaue und individuelle Antworten auf alle Kundenanfragen zu geben. Dieser persönliche Kontakt ist uns sehr wichtig, denn er zeigt, dass wir wirklich Wert auf unsere Kunden legen und ihnen bestmöglich helfen wollen.

Hier kommt jedoch auch die Technik ins Spiel und hebt das Ganze auf ein neues Level. Wir versenden regelmäßig einen großartigen Newsletter. Aber das ist nicht irgendein gewöhnlicher Newsletter. Er ist eine wahre Informationsquelle, die unsere Kunden mit den neuesten Nachrichten, Einblicken, Updates und Kontaktinformationen auf dem Laufenden hält. Man kann ihn als unser Geheimrezept für den Aufbau und die Pflege von Kundenbeziehungen betrachten. Mit unserem Newsletter können wir spannende Unternehmensnachrichten hervorheben, unsere Produkte präsentieren und sogar Branchentrends teilen. Wir stellen dabei auch das Know-how und die Qualifikationen unserer Teammitglieder in den Vordergrund – das weckt nicht nur Vertrauen bei unseren Kunden, sondern demonstriert auch die erstklassige Servicequalität, die unsere Kunden von uns erwarten dürfen.

Was das Thema KI betrifft – wir geben offen zu, dass künstliche Intelligenz inzwischen ein wichtiger Bestandteil unseres Redaktionsteams geworden ist. Nicht um Inhalte komplett neu zu verfassen, sondern definitiv, um Texte zu bearbeiten, die Themen behandeln, mit denen wir uns Tag und Nacht beschäftigen (also Dinge, bei denen sich Fehler einschleichen oder es zu Wiederholungen kommen kann).

Basierend auf Ihren Erfahrungen: Was sind fünf Schlüsselelemente für den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen?

  1. Erreichbar sein: Kommunikation ist der Schlüssel zu langanhaltenden Kundenbeziehungen. Ob am Telefon, per E-Mail oder persönlich – wer für Fragen zur Verfügung steht und Unterstützung anbietet, kann viel Vertrauen aufbauen und eine starke Bindung zum Kunden etablieren. Bei LAVA gilt bei uns die Regel: Das Telefon darf nie länger als einmal klingeln, und falls doch ein Anruf verpasst wird, wird dieser noch am selben Tag beantwortet. Wir lassen unsere Kunden nicht warten.
  1. Kundenservice personalisieren: Das Verständnis für die individuellen Anforderungen und Wünsche unserer Kunden hat beim Thema Personalisierung oberste Priorität. Indem wir uns Zeit nehmen, unsere Kunden kennenzulernen, können wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten, die zu den Spezifikationen unserer Produkte passen – das steigert die Zufriedenheit und fördert die Kundenbindung. Bei LAVA fördern und begrüßen wir es ausdrücklich, dass wir auf unsere Kunden zugehen und Rückmeldungen einholen. Damit räumen wir das Vorurteil aus, dass unser Verkauf nur auf einen schnellen Abschluss ausgerichtet ist. Vielmehr zeigen wir damit unser echtes Interesse und unser Engagement für die beste Lösung, die wir unseren Kunden empfehlen. Uns ist bewusst, dass unsere Hardwareprodukte zwar stets nach den gleichen hohen Qualitätsstandards gefertigt werden, aber jede persönliche Beziehung einzigartig ist und individuelle Aufmerksamkeit verdient.
  1. Kundendienst strukturieren: Indem wir unsere Teams aus Technik, Kommunikation und Vertrieb an einem Standort vereinen, können wir auf Kundenanfragen schnell und individuell eingehen. Von Tisch zu Tisch zu wechseln oder schnell in unsere Fertigung zu gehen, ermöglicht kreatives Denken und fachkundige Antworten.
  1. Proaktive Kommunikation: Wenn wir unsere Kunden vor dem Versand ihrer Bestellung direkt anrufen, stellen wir sicher, dass sie genau das bekommen, was sie für ihr Projekt benötigen. Das verhindert Missverständnisse oder eine nicht optimale Nutzung unserer Produkte. Durch diesen Telefonkontakt (zusätzlich zur E-Mail) arbeiten wir wieder persönlicher – wie zuvor schon erwähnt. Wir glauben zudem: Eine Beziehung beginnt erst mit dem Verkaufsabschluss. Wir sehen es nicht so, dass Beziehungen auf den Verkauf ausgerichtet sind, um möglichst schnell abzuschließen, oder dass ein „Nur mal melden“ immer auf einen weiteren Verkauf abzielt. Uns ist wichtig, nachzuhaken, beim Kunden nachzufragen, wie das System funktioniert, Hilfe anzubieten, gemeinsam Abläufe durchzugehen und bei Bedarf Probleme zu lösen. Genau hier beginnt die echte Kundenbeziehung.
  1. Nach Feedback fragen: Eine starke Beziehung zu unseren Kunden entsteht auch dadurch, dass wir aktiv um Feedback bitten und gemeinsam an Lösungen arbeiten – daraus entstehen häufig neue Ideen und Innovationen für unser Entwicklungsteam. Wir ermutigen unsere Kunden, ehrlich Rückmeldung zu geben, auch wenn diese nicht immer positiv ausfällt. Wir können Fehler anerkennen und korrigieren. Unser Team ist stets bereit, Probleme zu bearbeiten und verlorenes Vertrauen wiederaufzubauen.

Wie stellen Sie sicher, dass diese Ansätze während der gesamten Customer Journey umgesetzt werden?

Als Miteigentümer eines kleinen Tech-Unternehmens kann ich sagen: LAVA ist für mich nicht nur ein klassischer Arbeitstag, sondern eine Leidenschaft, die mich auch abends bei meinen eigenen Projekten begleitet. Als Familienunternehmen beginnt unser Arbeitstag oft schon vor dem Frühstück und endet abends bei Schokoladeneis am Küchentisch, wo wir die Ideen für den nächsten Tag austauschen.

Unsere Mitarbeiter hingegen erfüllen ihre Aufgaben und leisten Überdurchschnittliches nur dann, wenn sie sich wirklich für ihre Arbeit begeistern. Wir arbeiten zwar als Familienunternehmen, erwarten aber nicht, dass unsere Angestellten uns als Teil ihrer eigenen Familie betrachten. Wir erkennen an und respektieren, dass unsere Mitarbeiter ihr eigenes Familienleben außerhalb der Arbeit haben.

Teamarbeit, Zusammenarbeit, intensive Diskussionen sowie lange Stunden des Brainstormings, der Gestaltung, des Testens und der Iteration – das sind die grundlegenden Elemente, die das Rückgrat von LAVA bilden. Viele der Ideen, die unser Unternehmen prägen, sind während nächtlicher Geistesblitze oder anregender Gespräche entstanden, sei es beim Geschäftsessen, beim Familienabendessen oder im Büro gemeinsam mit dem Team. Jede Person, die zu LAVA stößt und mit uns arbeitet, bringt eine einzigartige Perspektive mit und ist in der Lage, mögliche Hindernisse zu identifizieren, die uns sonst möglicherweise in die Irre führen würden. Ich ermutige unsere Mitarbeitenden ausdrücklich, meine Denkweise konstruktiv zu hinterfragen und alternative Lösungswege aufzuzeigen. Gerade die gemeinsame Zusammenarbeit führt dazu, dass Ideen und Produkte wirklich verwirklicht werden.

Abschließend, wenn Sie eine Bewegung ins Leben rufen könnten, die möglichst vielen Menschen großen Nutzen bringen würde, wie sähe diese aus?

Lokale Technologie: Ich würde mir wünschen, dass mehr Unternehmen in Nordamerika und weltweit das Prinzip der „lokalen Fertigung“ übernehmen. Während globale Zusammenarbeit für den Erfolg der Welt entscheidend ist, bin ich überzeugt, dass wir die Logistik und Nachhaltigkeit unserer Arbeitsweisen verbessern können, indem wir hinterfragen, wo und wie wir produzieren.

Zum Beispiel: Anstatt die Teile, die wir in unserer Produktion verwenden, per Container aus Übersee zu verschiffen, liefert unser größter Zulieferer, S&P Flex Inc., Leiterplatten (PCBs) aus der unmittelbaren Umgebung. Das ermöglicht LAVA eine bessere Kontrolle über die Lieferkette, eine geringere Umweltbelastung und sorgt zudem für ein gutes Gefühl, da S&P Flex denselben strengen Gesundheits- und Sicherheitsstandards folgt wie LAVA.

Wie können unsere Leser Ihre Arbeit online weiterverfolgen? 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten – beispielsweise auf LinkedIn, Twitter und Facebook – aber besonders aufschlussreich ist unser monatlicher Newsletter! Wir laden alle herzlich ein, diesen zu abonnieren und uns bei Fragen oder Feedback direkt zu kontaktieren.


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